Nachdem bei mir 2014 Flaute mit Wettkämpfen geherrscht hatte und auch das Training mehr schlecht als recht lief bis Mitte 2015 nahm ich mir vor wieder einmal an einem Wettkampf teilzunehmen.

Was wäre da näher gelegen als der gute altbewährte Greifenseelauf. Ohne grosse Ambitionen nahm ich das Training auf, mein Trainingsplan stellte ich mir wöchentlich selbst zusammen. Da ich noch einige kg zu viel auf der Waage hatte und noch nicht sicher war wie sich meine Form entwickeln würde schob ich dann auch die Anmeldung bis eine Woche vor Anmeldeschluss hinaus.

Das Training verlief soweit zufriedenstellend, die langen Läufe machten mir am Anfang noch zu schaffen. Anfangs August war dann über eine Woche ferienbedingte Trainingspause angesagt was mich wieder ein bisschen zurückwarf. Mehr als einmal musste das Training auf die Morgenstunden gelegt werden da die Temperaturen tagsüber und auch Abends einfach zu mörderisch waren.

In der Regel trainierte ich 4 mal die Wochen, ein Grundlagenlauf, 2 mal Tempo (Intervall oder Tempolauf) und einmal einen langen Lauf. Die letzten 2 langen Läufe über die Volldistanz lief ich Grundlagenausdauerbereich und steigerte diese in den letzten 3 resp. 5 km auf Wettkampftempo.
Ich hatte vor dem Wettkampf ein einigermassen gutes Gefühl, wusste aber dass ich wohl die PB nicht angreifen könnte.

Das Rennen begann wie fast jedes mal, der Pulk lief für mich zu langsam an. Ich überholte aber nur sehr vorsichtig. Die ersten km verliefen von der Kondition eigentlich gut, ich konnte das geplante Tempo locker gehen.

Ungefähr bei km 8 lief ich dann auf meinen Kollegen Urs der mit seiner Frau  unterwegs war auf. Wir liefen ein Stück weit zusammen, dann wechselte sich die Führung ständig ab, einmal lief ich an der Spitze, dann wieder er. Schon ab km 12 merkte ich schon leicht wie meine Muskeln ein bisschen am nachlassen waren und ich eher Mühe hatte das Tempo zu halten. Ab da war mir klar das an eine neue PB nicht zu denken war.
Bei km 14 verschärfte Urs dann das Tempo (oder eher setzte das Anfangstempo wieder ein) und setzte sich im weiteren Verlauf ca. 20 – 40 m von mir ab. Da musste ich aus dem Wohlfühltrott heraus und am Limit laufen um den Anschluss nicht ganz zu verlieren.
Bei der Wendeschlaufe nach ca. 18 km hatte ich das Duell schon fast abgeschrieben, gab mir dann nochmals einen Ruck und konnte bei km 19 wieder aufschliessen.
Zusammen ging es so den Berg hoch bis zum höchsten Punkt bei der Kirche Uster nach 20 km. Ich war nochmals angespornt. Im Bergabteil fühlte ich meine Zeit gekommen und versuchte mich abzusetzen was mir zu meinem Erstaunen auch gelang.
Auf dem letzten km traute ich mich nicht richtig das Tempo noch mehr zu steigern, immer in der Furcht Urs könnte nochmals von hinten kommen und ich hätte nichts mehr zum Kontern. So lief ich dann bis kurz vor das Ziel ohne allzu grosse Steigerung. Ich sah das Urs nicht mehr überholen würde und gab mich damit zufrieden.
Wie ich sehen sollte hatte ich die Rechnung ohne den Wirt gemacht! Urs lief zwar hinter mir ein, er war aber im Startblock anscheinend auch leicht hinter mir gestartet. So lag ich dann am Schluss doch 10 s hinten! Was soll, wir hatten uns toll angestachelt!

Von meiner PB war ich am Schluss deutlich entfernt, mit 1:45:28 war ich aber doch sehr zufrieden. Im Gesamtklassement reichte dass für Rang 1700 von 4430.