Einführung

Die Forerunner 225 ist das neueste Mitglied unter Garmins Sportuhren. Als erste Sportuhr von Garmin benutzt der Forerunner 225 für die Messung der Herzfrequenz keinen

Herzfrequenzgurt sondern einen optischen Sensor und misst am Handgelenk.

Das Tragen eines Gurtes entfällt somit. Als weiteres Gimmick hat Garmin der Uhr einige Fähigkeiten eines Activity-Trackers spendiert. So kann die Uhr z.B. die über den Tag zurückgelegte Schrittzahl und auch die Schlafqualität messen.

Gehäuse/Armband

Das Gehäsue ist aufgrund des optischen Sensors mit ca. 14 mm etwas dicker ausgefallen als die aktuellen Forerunner 220 oder 620, in etwa vergleichbar mit einer Forerunner 610 oder einer Suunto Ambit 2. Die Breite ist mit ca. 47 mm auch nicht gerade etwas für zierliche Arme aber immer noch kleiner als eine Suunto Ambit 2.
Forerunner 225Das Design des Gehäuses mit den roten Farbakzenten auf der Krone ist sehr gefällig. Einziger Minuspunkt für mich sind die Seiten des Gehäuses die nicht wie die Oberseite des Gehäuses matt ausgeführt sind sondern glänzend was für mich etwa die Anmutung einer Kaugummi-Automaten Uhr macht. Aber die Gescmäcker sind ja bekanntlich verschieden.
Auf der Unterseite des Gehäuses finden wir eine Besonderheit. Um den optischen Sensor gegen Lichteinflüsse von aussen abzuschirmen hat Garmin eine Dichtung am Rand des Gehäuses angebracht. Die Garmin Ingenieure haben die Dichtung intelligenterweise so konstruiert das diese durch den Benutzer selbst getauscht werden kann falls sie beschädigt ist. Mit einem Preis von 6.50 CHF für eine Ersatzdichtung halten sich auch die Kosten in einem vernünftigen Rahmen.
Sehr positiv fällt das Armband auf, dieses besteht aus einer sehr weichen und flexiblen Gummimischung. Glücklicherweise hat Garmin aus dem Wristband-Gate mit dem Forerunner 610, wo sich teilweise die Haltestifte des Armbandes nach einiger Zeit gelöst haben, gelernt. Beim Foreruuner 225 kommt ein Haltemechanismus mit Schrauben zur Verwendung der sehr solide wirkt.

Display

Das Display misst wie bei den Modellen 220/620 1 Zoll (2.5 cm) und ist farbig. Die Farbgestaltung kann nach Belieben in 7 Farbvarianten (Designfarben) konfiguriert werden. Neben dem ästethischen Aspekt hat das Farbdisplay auch noch den praktischen Nutzen während des Trainings die Herzfrequenzzonen in verschiedenen Farben darzustellen und dem Benutzer so eine schnelle Orientierung über den aktuellen Trainingsbereich zu geben.

Display freie Konfiguration

Display
freie Konfiguration

Für Verhältnisse mit wenig Licht hat die Uhr eine Beleuchtung eingebaut.
Wie von diversen anderen Garmin Uhren bekannt wurde auch beim Forerunner 225 die Möglichkeit Displayseiten frei zu konfigurieren integriert. Dem Benutzer stehen hierzu 2 Seiten zur Verfügung auf denen er jeweils 1-3 frei wählbare Werte (z.B. Herzfrequenz, Dauer, Distanz, Pace, etc.) darstellen kann. Daneben sind 3 fest definierte Displayseiten vorhanden die nach Wunsch aktiviert/deaktiviert werden können. Wer sich gerne die Displayseiten automatisch rotieren lassen will kann dies in verschiedenen Geschwindigkeitsstufen tun.

Akku

Garmin nennt in den technischen Daten eine Akku-Laufzeit von 7-10h im Trainingsmodus mit eingeschaltetem GPS und Herzfrequenzmessung. Bei einem Lauf über 2 h 22 min hatte der Akku noch eine Ladung von 76%, was hochgerechnet praktisch 10 h ergibt. Die spezifizierten Daten scheinen also durchaus realistisch zu sein.
Im Uhrenmodus wird von Garmin eine Laufzeit von bis zu 6 Wochen ohne Aktivitätstracking und bis zu 4 Wochen mit Aktivitätstracking angegeben.

Tragkomfort

Die Uhr ist mit einem Gewicht von 54 g sehr leicht ausgefallen und fällt beim Tragen nicht auf. Das Armband ist extrem flexibel und weich, einen besseren Tragekomfort kann ein Kunststoffarmband kaum haben.
Die anfänglichen Bedenken, die Gummidichtung auf der Unterseite könnte unangenehme Druckstellen hinterlassen, hat sich in der Praxis glücklicherweise nicht bestätigt. Auch wenn das Armband ein bisschen fester angezogen wird entstehen keine Druckstellen.

Bedienung

Die Bedienung der Uhr erfolgt über 5 Tasten und hält sich an das gewohnt gute Bedienungsmuster von Garmin. Die Bedienung ist damit zwar nicht ganz so schick wie mit dem Touchscreen einer Forerunner 610/620 aber doch immer noch sehr gut. Die Uhr verfügt über 2 Modi, den Uhrenmodus und den Trainingsmodus. Im Uhrenmodus deaktiviert die Uhr das GPS und den optischen Sensor um Energie zu sparen und so die Betriebsdauer zu erhöhen. Neben der Zeit können hier Datum und die Activity-Tracker Informationen für verbrannte Kalorien, Schrittzahl, Schrittzahl-Ziel und zurückgelegte Distanz angezeigt werden. Zusätzlich ist auch eine Kurzzeitmessung der aktuellen Herzfrequenz aktivierbar, was z.B. am Morgen Sinn macht um den Ruhepuls zu prüfen.
In den Trainingsmodus gelangt man durch doppeltes drücken der roten Trainingstaste. Hierdurch wird auch der optische Sensor für die Herzfrequenzmessung und das GPS aktiviert. 4 Symbole zeigen den Status für GPS, Bluetooth, Herzfrequenzsensor und Laufsensor (falls vorhanden) an. Über einen farbigen Balken wird zusätzlich der Fortschritt der Erfassung der GPS-Satelliten angezeigt.
Die Einstellungen der Uhr können über eine klar strukturiertes Menü angepasst werden. Auch Intervalle können direkt an der Uhr geplant werden.

Laden/Synchronisieren

Ladeschale

Ladeschale

Das Laden der Uhr erfolgt über einen proprietären USB-Lade/Synchronisationsclip. Der Clip dient auch der Synchronisation der Daten mit Garmin Connect. Das Synchronisiseren über den USB-Clip geht zügig vonstatten. Der Clip dient ebenfalls der Installation von Softwareupdates auf der Uhr.
Als weiteres Highlight kann die Uhr auch über Bluetooth mit der App Garmin Connect Mobile für IOS/Android synchronisieren. Die erste Kopplung mit einem iPhone 5 hatte sich allerdings bei mir als ein wenig knifflig erwiesen. Die Kopplung musste direkt in der App vorgenommen werden, über die Systemeinstellungen wurde die Uhr nicht gefunden, Nach erfolgter Kopplung funktionierte die Synchronisierung bis anhin stabil. Die Synchronisation wird allerdings nur aktiviert wenn die Uhr in den Trainingsmodus geschaltet wird.

Funktionen

Die Forerunner 225 ist als reine Laufuhr konzipiert, Multisport wird nicht unterstützt. Sie ist von den Funktionen im mittleren Leistungssegment des Garmin Portfolios angesiedelt. Die Uhr bietet aber auch für den fortgeschrittenen Läufer viele hilfreiche Funktionen.

Was die Uhr bietet:

  • Herzfrequenzmessung am Handgelenk
  • Activity Tracker
  • Schlafüberwachung (Dauer, Schlafphasen)
  • Farbdisplay
  • Grafische Anzeige von Herzfrequenzzonen
  • frei konfigurierbare Displayseiten (2 Seiten mit max 3 Werten)
  • frei definierbare Trainings (z.B. Intervalle mit Dauer und Pausen)
  • Bewegungssensor für Training in Gebäuden
  • Synchronisierung via Bluetooth auf Handy
  • Kompatibilität mit Garmin Herzfrequenzgurt und Laufsensor

Das bietet die grosse Schwester Forerunner 620 mehr:

  • Berechnung des Trainingseffekts
  • Berechnung der Erholungszeit
  • VO2max Berechnung
  • Laufdynamikanalyse
  • Touchscreen

Die Forerunner 225 bietet ein solides Paket an Funktionen bei dem wohl nur die ganz enthusiastischen etwas vermissen werden. Mit der Pulsmessung am Handgelenk, dem Activity Tracking und der Schlafaufzeichnung hat Sie unter den Sportuhren von Garmin sogar einige Alleinstellungsmerkmale.

Herzfrequenzmessung

Der Hauptgrund den Forerunner 225 zu testen war die Herzfrequenzmessung über den optischen Sensor in der Uhr, da ich bei Uhren mit Gurt öfters einnmal (wie andere Benutzer auch) das

Forerunner 225 Pulssensor

Forerunner 225
Pulssensor

Problem habe, dass am Anfang des Trainings ein viel zu hoher Puls angezeigt wird. Obwohl kardiologisch ohne Befund verfälscht dies die Werte der Herzfrequenzkurven in den ersten Minuten des Trainings.
Die optischen Sensoren waren in der Anfangszeit nicht immer über alle Zweifel erhaben. Garmin setzt bei Ihrem Produkt die neueste Generation des Sensors von Mio ein.
Um die Abweichung zur herkömmlichen Messung mit Brustgurt zu testen habe ich einen Testlauf gemacht und die Saunto Ambit 2R als Referenz herangezogen. Beim Laufen und des späteren Auswertung der Kurven in der Überlagerung ergab sich eine hervorragende Übereinstimmung der beiden Kurven. Die Werte waren praktisch über den ganzen Zeitbereich genau identisch. Bei einem forcierten Berganstieg ergab sich ein Unterschied von max 2 Schlägen/Minute, die Forerunner hatte beim Anstieg der Herzfrequenz eine minimale Verzögerung von ca. 2-3 s. Am Anfang der Pulskurve sind bei der Suunto wieder die überhöhten Werte von ca. 180 Schlägen pro Minute zu erkennen wogegen die Forerunner mit dem optischen Sensor hier sinnvolle Werte liefert.

GPS

Die Zeit um einen GPS-Fix zu erhalten ist gegenüber den älteren Modellen wie der Forerunner 610 deutlich verbessert worden da die Forerunner nun per pre-caching die aktuellen Standortdaten der Satelliten bei der Synchronisation erhält. In der Regel ist ein GPS-fix nun innerhalb weniger Sekunden vorhanden.
Im Vergleich der aufgezeichneten Distanz mit einer Suunto Ambit 2R ergab sich eine marginale Differenz von lediglich 0.25% zwischen den beiden Geräten (Garmin 17.51 km/Suunto 17.55 km).

Sensoren

Die Forerunner 225 untertützt die Kopplung mit dem Garmin Laufsensor oder einem Herzfrequenzgurt. Bei Verwendung des Laufsensors erfolgt die Kalibrierung automatisch über die GPS-Daten im Gegensatz z.B. zum Forerunner 610 wo noch eine manuelle Kalibrierung nötig war.

Preis

Die Forerunner 225 ist Online ab ca 270 Franken erhältlich.

Fazit

Die Forerunner 225 ist ein gelungener Einstieg von Garmin in die Pulsmessung am Handgelenk. Die Messung arbeitete im Vergleich mit einer einer Uhr mit Herzfrequenzgurt präzise und verlässlich. Wer keine Lust auf einen Brustgurt hat kann diesen guten Gewissens ablegen. Die Gefahr den Brustgurt einmal zu vergessen entfällt, auch das Reinigen und der Batteriewechsel desselben gehört der Vergangenheit an.

Das Design und das Farbdisplay wirken modern und gefallen, einzig die Wertigkeit des Gehäuses auf den Seiten und die Knöpfe könnten aus meiner Sicht noch ein wenig gesteigert werden.

Die Uhr bietet zudem viele nützliche Funktionen die wohl auch die meisten fortgeschrittenen Läufer befriedigen werden. Preislich ist die Uhr keine Schnäppchen aber auf jeden Fall den Preis wert.