Woche 3 würde die letzte Woche mit hohen Kilometerzahlen vor dem Tapering werden. Da im Original Trainingsplan der Halbamrathontest am Wochenende davor drin waren stand eine reduzierte Trainingswoche auf dem Programm. Ich hatte aber am Wochenende einen langen Lauf gemacht und entschloss mich deshalb doch einige längere Läufe einzubauen.

Am Dientag startete ich mit einem langsamen 15 km Lauf da der gesteigerte 30 km Lauf am Wochenende doch relativ intensiv war. Am Donnerstag wollte ich dann noch einmal etwas für die Kraft tun und entschloss mich einen Berglauf der mich zweimal über den Bruder in Bülach führte und etwa 290 Höhenmeter hatte zu machen. Die erste Runde lief ich nahe an der anaeroben Grenze, bei der zweiten schraubte ich dann einen Gang runter da ich die Muskulatur in meinen Hinterbacken schon deutlich merkte. Das war ein Lauf der richtig Laune machte!

Der Freitag war dann wieder für einen ruhigeren Lauf eingeplant, zusammen mit meiner Trainingsbegleitung Wiebke testete ich zum ersten mal meine Einlagen die ich von Swissbiomechanics erhalten hatte. Diese fühlten sich auf der Innenseite bretthart an (was verständlich ist da sie stützen sollen). Leider spürte ich noch nicht wirklich einen positiven Effekt auf meine Knie, am Ende des Laufes spürte ich trotzdem die Knie.

Salzkruste

Salzkruste im Gesicht nach dem langen Lauf.

Auf den Sonntag hatte ich mich zugleich gefreut und auch gefürchtet. Endlich der letzte lange Lauf vor dem Marathon! Langsam hatte ich die langen Läufe sattt. Es würde wohl der härteste Lauf werden da er 32 km umfasste und von km 20 -30 gesteigert gelaufen werden sollte.
Mit mässiger Begeisterung nahm ich also diesen Lauf in Angriff.
Zur Seite standen mir meine erst einmal eingesetzten Asics Kayano 19 und mein neuer Tringürtel Ultimate Thunderbolt den ich am Vortag im Ryffel Running Glattcenter gekauft hatte und der mit 900 ml Kapazität reichlich Flüssigkeitsnachschub bietet. Ich war mir allerdings unsicher wie der Tragekomfort sein würde und  hatte deshalb gemischte Gefühle. Gefüllt hatte ich meine Flaschen mit Gatorade Zero da ich den Lauf ohne Kohlenhydratzufuhr durchführen wollte und nicht wirklich Lust auf Wasser hatte.
Wie sich herausstellen sollte war der Gurt eine gute Investition, lediglich komplett gefüllt bewegte sich der Gurt minimal und nicht störend oder gar scheuernd am Rücken. Schon mit 1-2 dl weniger war der Passkomfort als perfekt zu bezeichnen. Die grosse Flüssigkeitskapazität stellte sich als sehr hilfreich für den Lauf  heraus, insbesondere da die öffentlichen Brunnen wohl erst im August mal endlich wieder eingestellt werden.
Auch mein zweiter Neuzugang, der Kayano stellte sich als gute Investition heraus. Die Dämpfung im Vorfuss ist sehr angenehm und trotzdem nicht zu weich. Zum angenehmen Traggefühl trägt auch die gute Flexibilität bei, alles in allem scheint der Schuh noch ein bisschen angenehmer zu sein als mein Asics GT-2160 der nun auch schon mehr als 750 km auf dem Buckel hat und wohl in absehbarer Zeit in Rente gehen muss.

Der erste Teil des Laufes verlief unspektakulär, ich lief die Runde um den Flughafen heute in entgegengesetzter Richtung da ich für den gesteigerten Teil die lange Asphaltstrasse auf der Bülacher Seite Richtung Kloten nutzen wollte, die mittlerweile in erbärmlichen Zustand befindlichen Feldwege entlang der Glatt hatte ich definitiv über. Unangenehm fiel der sehr kühle und teilweise recht starke Wind auf, der Winter hatte bäumte sich wohl nochmals auf.

Die ersten 20 Kilometer waren in dem langsamen Tempo doch einigermassen ermüdend, trotzdem fühlte ich mich heute endlich ein wenig angriffslustig. Ich war froh dass Tempo endlich steigern zu können. Theoretisch waren 5:35 min/km für die nächsten 10 km im Trainingsplan. Ich wollte aber wenn möglich in der Nähe des (noch) geplanten Marathontempos laufen. Das ging auch erstaunlicherweise gut und ich lag vom Tempo da wo ich es mir gewünscht hatte. Ganz im Gegensatz zur Woche davor wo ich das Gefühl hatte neuen Weltrekord zu laufen und immer noch zu langsam unterwegs war.
Die 10 km waren zwar hart aber machten trotzdem Spass. Ein ganz neues Gefühl auf einem langen Lauf. Nach den gesteigerten 10km machte ich eine kurze Pause. Beim Wiederanlaufen merkte ich dann doch die Beine sehr deutlich. Nach etwa 2 km langsam Laufen taten die Beine dann weniger weh und es lief wie von selber, ich entschloss mich die Runde noch ein wenig zu verlängern. Es sollte der längste Trainingslauf werden denn ich je absolviert hatte, am Ende standen 34.5 km auf dem Zähler. Nachdem ich mich ein wenig gesetzte hatte spürte ich dann die Anstrengung und war hundemüde. Wie letzte Woche hatte ich auch diese Woche wieder zwei schöne Salzsträhnen im Gesicht und sah aus wie eine Salzsäule.

volle Distanz: 34.57 km
Maximale Höhe: 473 m
Minimale Höhe: 423 m
Gesamtanstieg: 681 m
Gesamtabstieg: -666 m
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