Getreu dem Motto ‚Auf die Dauer hilft nur Power‘ wurde der Montag dem Training der Rumpf und Beinmuskulatur gewidmet. In der Nacht auf den Dienstag spürte ich das rechte Knie bei der Bewegung in einem bestimmten Winkel deutlich und meine Gedanken drehten sich darum ob ich das Marathontraining an dieser Stelle abbrechen müsste. Nach Besprechung mit meiner Trainingskollegin beschloss ich den Dienstag noch abzuwarten und das geplante Training auf den Mittwoch zu verschieben.

Am Mittwoch sah die Welt zum Glück schon wieder deutlich besser aus, die Knie machten keine grösseren Probleme mehr. So nahm ich mit meiner Trainingsbegleitung die geplanten 5 * 2 km Intervall in 5:20 min/km in Angriff. Da auch Sie leichte Probleme mit dem Fussgelenk hatte beschlossen wir mal zu schauen wie sich die Sache entwickelt und wenn nötig einen langsamen Lauf statt Intervalle zu machen. Doch die Intervalle kamen gut, wir liefen diese auch eher in einem Tempo von ca. 5 min/km. Das ganze machte richtig Spass, die fast 18 km inklusive Ein-/Auslaufen vergingen wie im Fluge.

volle Distanz: 17.17 km
Maximale Höhe: 455 m
Minimale Höhe: 423 m
Gesamtanstieg: 248 m
Gesamtabstieg: -266 m
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Da ich am Mittwochabend auch noch mit Kollegen zum Kino verabredet war und es doch gegen 0:30 wurde bis ich an der Matratze horchen konnte wurde auch der langsame 18 km Lauf auf den Freitag geschoben. In der Nacht hatte es geschneit und so waren die Feldwege dann doch recht anstrengend zu Laufen obschon es ein langsamer Lauf war. Insgesamt war das ganze gefühlt mühsamer als der Intervall am Mittwoch.

Erfreulicherweise waren meine Knie am Samstagmorgen trotz der 18 km am Vortag in sehr gutem Zustand. Heute standen 6 km Regeneration in 6:30 min/km auf dem Trainingsplan. So wenig Training rief nach Kräftigung. Deshalb machte ich vor dem Lauf dann ein moderates Training für Rumpf und Beine, insbesondere versuchte ich mit dem Thera-Band die für die Knie wichtigen Abduktoren und Adduktoren der Hüfte zu trainieren. Der Lauf danach war trotz des gemütlichen Tempos schnell erledigt, erfreulicherweise auch heute praktisch keine Rückmeldung von meinen Knien. Auf dem morgigen 27 km Lauf würde das sicher nicht so sein, deshalb war es umso wichtiger nicht vorher  schon Probleme zu haben.

Am Sonntag stand dann wieder einmal der dieses mal 27 km lange ‚Lange Lauf‘ auf dem Programm. Nachdem ich meine Läuferfeind (Bauerfeind) Bandage letzte Woche nach 2 Einsätzen in den wohlverdienten Ruhestand geschickt hatte wollte ich diese Woche einmal eine andere Strategie versuchen.
Ich beschloss die Running-Willi Methode für meine Zwecke zu missbrauchen und jede halbe Stunde eine Gehpause zur Entlastung der Knie einzubauen. Zusätzlich wurde noch ein einfaches Tape vom Schienbein über die Kniescheibe zum Oberschenkel aufgeklebt.
Die ersten km verliefen ohne jegliche Probleme. Bei km 5 stach dann etwas, und zwar in meine Nase. Ein massiver Haufen von Dung die der Bauer auf dem Feld abgeladen hatte.. Haben Sie den ersten Teil von Jurassic Park gesehen? Der Teil wo das ‚Häufchen‘ vom kranken Triceratops untersucht wird. Rechnen Sie das etwa mal 20 dann wissen Sie von welcher gewaltigen Menge Biomasse ich rede? Das nenne ich Natur pur!
Die erste Gehpause kam gerade richtig. Ich war kurz vor der Kaserne Bülach wo eine brisante Mischung aus Schnee, Eis und halbgefrorenen Pfützen den Weg pflasterte. Das war die Sorte von eisgefüllten Schlaglöchern die nur darauf wartete jedes Sprunggelenk  eines Läufers zum Fall für den Chirurgen zu machen.
Nach etwa 11 km folgte die zweite Laufpause, Knieprobleme waren fast keine zu spüren, der Puls war gut und ich hatte ein Mini Renners-High.
Die weiteren km bis zur nächsten Pause bie 17 km liefen OK, langsam merkte ich aber doch schon eine leichte Ermüdung und die Knie waren jetzt doch auch wieder zu spüren. Die Pause wirkte sich gut aus und die ersten km waren wieder deutlich angenehmer zu laufen. Langsam merkte ich aber das der Puls hart an der Grenze war und ich mehr und mehr am Anschlag lief.  Trotzdem hatte ich beschlossen die ca. 2 km Laufpause draufzuschlagen und wenn möglich gegen 29 km zu laufen.
Bei km 24 war ich dann bei Notreserve angelangt und ich beschloss während meiner letzte Pause doch noch einen Buetel Gel einzuwerfen. Alle Brunnen waren natürlich abgestellt so dass ich auch nichts trinken konnte auf dem ganzen Lauf, toll. Das Gel gab wieder in bisschen Energie, der Puls machte nun aber was er wollte und verabschiedete sich definitiv aus dem Grundlagenbereich. Das war mir dann aber etwa so lang wie breit, ich war ausgelutscht und wollte nur noch nach Hause. So brachte ich die letzten Kilometer so gut wie möglich ins Trockene.
Am Schluss standen für diese Woche 71.6km auf dem Zähler, mehr hatte ich bisher nur einmal in meinem Leben geschafft.

volle Distanz: 29.42 km
Maximale Höhe: 471 m
Minimale Höhe: 413 m
Gesamtanstieg: 670 m
Gesamtabstieg: -675 m
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Schön dass für nächste Woche ein 30 km Lauf ansteht nachdem ich nach den heutigen 29 km (27 km ohne Gehpausen) so auf dem Zahnfleisch gegangen bin. Vorfreude ist halt  die schönste Freude…