Neue Woche, neues Glück! Die Woche begann ruhig mit  Krafttraining am Montag und einem langsamen 12km Lauf am Dienstag. Zuvor hatte ich am Mittag mal wieder beim von der Firma organisierten Spinnig mitgemacht. Interessanterweise bin ich den Lauf danach am Abend dann wie auf Wolken geschwebt. Erst am nächsten Tag habe ich dann leicht gemerkt dass ich gestern zwei Trainingseinheiten gemacht hatte.

Am Donnerstag ging es dann schon eher zur Sache. Ein ‚zügiger‘ 12 km (17 km mit Ein/Auslaufen)  in 5:30 min/km stand auf dem Programm. Ich beschloss dass mir das nicht zügig genug war und plante die 12 km ca. im geplanten Marathontempo von etwa 5:20 min/km zu laufen. An genau diesem Tag musste der Wetterbericht natürlich mal einen Glückstreffer landen und mir schlug tatsächlich die angekündigte Bise unangenehm entgegen. Aus den nachgebesserten 5:20 min/km wurden dann eher 5:10 min/km und auf dem Schlusskilometer drängte dann mein Ego durch weshalb dieser unter 5 min/km lag. Was solls, die Bise ging durch Mark und Bein, da war ich froh das ganze so schnell wie möglich über die Bühne zu bringen.

volle Distanz: 17.09 km
Maximale Höhe: 471 m
Minimale Höhe: 415 m
Gesamtanstieg: 270 m
Gesamtabstieg: -319 m
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Samstags war Beine vertreten angesagt, 9 km in 6:30 min/km. Dem hatte ich nichts entgegenzusetzen da morgen 30 km auf dem Programm standen. Wenigstens war da mein Puls endlich mal knapp unter 70% Hfmax, das machte trotz  der immer noch gehenden Bise richtig Spass!

Auf den Sonntag hatte ich mich am meisten gefreut (wers glaubt wird selig), heute waren 30 km auf dem Programm.
Letzte Woche hatte ich eine Todsünde beim langen Lauf begangen. Bei km 24 hatte ich mir ein Beutelchen Gel reingepfiffen: Völlerei – so was geht gar nicht!  Da ich dieses Fakts nicht 100% sicher war und sich nur Hubert Beck klar zur Askese bekannte befragte ich das Orakel von Google zu dem Thema. Auf den meisten Laufforen war der Tenor relativ eindeutig: keine Kohlenhydrate beim langen Lauf.  Deshalb mixte ich mir meinen Spezial-Sportdrink aus 1 Liter Wasser, ca. 0.5 g Kochsalz und einem Schuss Zitrone und füllte diesen in meinen Laufrucksack.
Wie üblich hatte es wie vor jedem langen Lauf wieder einmal leicht geschneit, gerade genug damit ich nach 4 km ein Schlagloch übersah und meinen rechten Fuss übertrat. Zum Glück konnte ich noch korrigieren und übertrat nicht ganz. Nach einem Lob auf Petrus für das man kleinen Kindern den Mund mit Seife auswaschen würde suchte ich mir fortan wo immer es ging asphaltierte Wege.
Wesentlich erfreulicher war dann das bei km 6 eine bekannte Gestalt meinen Weg kreuzte. Ich hatte beim Heliport die Scheide gemacht und traf genau wo der Weg wieder mit dem Glattweg zusammentrifft meinen Laufbuddy Wiebke. Wenn das mal kein Timing ist, 5s später und Sie wäre weg gewesen. Wir unterhielten uns kurz über die geplanten Routen und wünschten uns gegenseitig viel Spass beim Rest der Strecke.
Der Puls war nach 10 km da wo ich Ihn haben wollte und der Fakt das ich etwas nicht merkte, nämlich meine Knie stimmte mich zusätzlich positiv.
Diese meldeten sich erst langsam nachdem ich den Flughafen umrundet und auf dem Weg nach Bülach war. Von dort aus plante ich zurück bis zur Glatt und über Höri zurück nach Hause zu laufen.
Ab km 20 stellte sich dann schon wieder eine deutliche Ermüdung ein und ich versuchte mich etwas abzulenken und die Beine laufen zu lassen. Der Vorteil einer GPS Uhr ist da manchmal auch Ihr grösster Nachteil, man weiss immer wie weit es noch ist!
Nach km 25 wurde es dann auch wieder richtig mühsam. Irgendwann danach kam mir ein älterer Herr im Lauf-Gnagi 90 und mit wild schwingenden Armen entgegen so dass ich zuerst nicht wusste ob er im Lauf oder Boxtraining war. Als er mir bei km 27 auf seinem Rückweg dann Fersengeld gab wusste ich dass es wohl doch eher Lauftraining war. Zum Trost sagte ich mir dass Er wohl heute keine 30 km machen würde. Wenigstens bekam ich Auftrieb als ich sah dass es nur noch 3 km nach Hause waren und sogar der Fakt das die kleine Zusatzschlaufe um auf 30 km zu kommen die Runde um 800m zu lang machte war dann halb so wild.

So, und jetzt werde ich mir einen grossen Teller Ravioli und ein Ben&Jerry Eis genehmigen und mir morgen einreden dass meine Waage lügt! So viel zum Thema Völlerei.

volle Distanz: 30.83 km
Maximale Höhe: 469 m
Minimale Höhe: 410 m
Gesamtanstieg: 655 m
Gesamtabstieg: -655 m
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